Zentrum Grundlagenforschung Alte Welt
Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache: Text- und Wissenskultur im Alten Ägypten
Projektleiter und Akademieprofessor: Prof. Dr. Tonio Sebastian Richter
Arbeitsstellenleiter: Dr. Daniel A. Werning
Wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen: R. Dominik Blöse (B.A., B.Sc.), Dr. Silke Grallert, Dr. Simon D. Schweitzer, Dr. Doris Topmann, Dr. Cristina Vertan [bis Sept.]
Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin: Angela Böhme
Studentische Hilfskräfte: Sophie Diepold [bis Mrz., ab Okt.], Elio N.D. Rossetti [Apr.–Sept.], Jonas Treptow
Website: https://www.bbaw.de/forschung/wortschatz-der-aegyptischen-sprache
Für das Textcorpus des „Thesaurus Linguae Aegyptiae“ (TLA) wurde weiter an der Eingabe von religiösen Texten der Dritten Zwischenzeit (Königsgräber in Tanis, Denkmal Memphitischer Theologie) und der 30. Dynastie (Berlin ÄM 49), sowie von historisch-biographischen Texten der 30. Dynastie und der frühen Ptolemäerzeit (insb. Statuen der Cachette von Karnak) gearbeitet. Des Weiteren wurde an der Aufarbeitung von alten Textrohdaten zum Buch von der Nacht (Eingaben von Elke Freier) gearbeitet. Gleichzeitig wurden zahlreiche Texte verschiedener Perioden (Neues Reich, Dritte Zwischenzeit, Spätzeit) von Studentischen Hilfskräften um hieroglyphische Schreibungen ergänzt und kontrolliert.
Die hieroglyphisch-hieratische und demotische Lemmaliste wurden weiter ergänzt und verbessert. Sie enthalten im Korpus 18 nun 35.882 bzw. 9.498 verifizierte Lemmata, sowie 3.466 Wurzeln.
Die Text- und Lemma-Metadaten, insb. die Thesauri, die bibliographischen Daten und externen Referenzen, wurden fortlaufend kuratiert bzw. ergänzt (u.a. Links zu den Projekten „Persons and Names of the Middle Kingdom“ und „Cachette de Karnak“).
Das Vorhaben engagierte sich weiter in einer Initiative, das Inventar von Hieroglyphen und damit verbundene Techniken in Unicode zu erweitern und die Kodierung von ägyptologischer Transkription und Hieroglyphen in Unicode zu fördern (siehe unten: Veröffentlichungen; Betreuung der Verbesserung des Google-Fonts „Noto Egyptian Hieroglyphs“). In diesem Kontext wurde Mitte Januar ein dreitägiger internationaler Workshop „More Egyptian Hieroglyphs in Unicode: Finalizing the set for Unicode v16“ an der BBAW veranstaltet. Zusammen mit der Schwesterarbeitsstelle wurde an der Aktualisierung des Regelwerks zur Hieroglypheneingabe im BTS gearbeitet. Für die BTS-Eingabe wurden drei konzise Handreichungen (Spickzettel) erstellt.
Es wurde weiter intensiv an der Programmierung der neuen Publikationsplattform Thesaurus Linguae Aegyptiae v2.x (https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de) und des dafür nötigen Programms zur Datentransformation aus dem Berliner Texterfassungssystem (BTS) gearbeitet. Der TLA ist in den Versionen 2.0.2–2.1.2 (15.7., 8.8., 13.10., 3.11., 24.11.2023) mit substantiellen Verbesserungen und neuen Funktionen aktualisiert worden (neu: einfache Lemma-Kollokationssuche, Text-Inhalte/Sätze-Seite und Nachschlagen von Satz-Element-IDs, Anzeige und Übersicht über Metadaten und Thesauri vollständig). Mit der Version 2.1.2 ist ein aktualisiertes Textkorpus (Version 18) mit 1,49 Millionen Tokens online gegangen.
Zum Zwecke von Machine Learning-Versuchen wurden zwei Trainingsdaten-Sets aus dem TLA-Korpus in einem abgeleiteten Textformat (ATF) auf der Plattform Hugging Face unter freier Lizenz (CC BY-SA) veröffentlicht.
Es wurde erfolgreich ein Drittmittelantrag für ein Kooperationsprojekt „Thesaurus Linguae Aegyptiae – More FAIR with APIs“ im Rahmen der NFDI-Initiative Text+ erarbeitet und für 2024 eingeworben. Vorbereitend wurden dazu Wikidata-Properties zu stabilen TLA-URLs/IDs erfolgreich beantragt (P12185–P12188).
Der Arbeitsstellenleiter hat praxisorientierte Lehrveranstaltungen für Berliner Studierende angeboten („Texterschließung im Thesaurus Linguae Aegyptiae – Hands on“, HU Berlin; „Python-Programmierung für altertumswissenschaftliche Textarbeit“, Team-Teaching: HU Berlin, FU Berlin, BAK) und sich mit Vorträgen am Programm „Akademievorträge an brandenburgischen Schulen“ beteiligt.
Das Archiv wurde weiterhin intensiv betreut: zahlreiche Anfragen bearbeitet, einige Besichtigungen und Forschungsbesuche betreut, sowie Archivleihen ermöglicht. Des Weiteren wurde weiter an der Transkription eines Notizbuchs von Richard Lepsius gearbeitet („Notizbuch I. (1840/1)“, Inv.-Nr. ÄM 84).
Das Projekt hat sich auf dem „13th International Congress of Egyptologists“ in Leiden präsentiert. Der jährliche „Erman-Tag“ wurde 2023 mit einem Vortrag von Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert mit dem Titel „Amenemope gegen Jhy. Eine neue Priestererzählung in abnorm-hieratischer Kursive und ihre Erschließung“ gefeiert.
[Text: D.A. Werning, 2024, 2025]